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Steyler Bibelfest
"Wort, das Mensch geworden"
Sonntag, 11. September 2005
Die Schola war zu Gast auf dem Bibelfest in Steyl/NL und hat dort einen Gottesdienst und ein Konzert gestaltet.
Biblische Visionen gesungen
- ein Bericht von Andrea Schnieder (Schola Kleine Kirche)
Auf Burg Rothenfels bei Würzburg fand am ersten Aprilwochenende 2005 eine Begegnung an historischem Ort statt.
Die Wirkungsstätte Romano Guardinis, ein bedeutender und wegweisender Neudenker der Liturgie am Beginn des
20. Jahrhunderts, führte Huub Oosterhuis, die Schola der Kleinen Kirche Osnabrück und viele Menschen aus dem
In- und Ausland, die die Lieder und Texte des niederländischen Poeten zu einem Teil ihres Glaubenslebens
gemacht haben oder sie neu kennen lernen wollten, zusammen.
Die biblische Glaubensgeschichte von der Schöpfung bis zur Apokalypse ist die Basis der Lied- und
Gebetstexte des Theologen und Dichters Huub Oosterhuis. Das Ringen nach neuen Worten, um das Unsagbare zu
sagen, den Namen Gottes in all seinen Varianten zu singen, prägt seine Poesie und auch seine Überlegungen zur
Liturgie, die er in der Amsterdamer Studentenekklesia verwirklicht.
Wie kann der Name Gottes bewahrt werden "bis zum tausendsten Geschlecht"? Diese Textzeile aus dem Lied
"O Herr Gott, erbarmend, gnädig, langmütig" von Huub Oosterhuis gibt die Blickrichtung des Liedtages, der Lesung
und des Konzerts von diesem Wochenende wider. Weil man die biblischen Visionen des Ersten und
Neuen Testaments weitersagen will, braucht es heute eine Sprache, die viel mehr ist als bloße Aktualisierung,
nämlich Rückbesinnung, und eine Musik, die dieses Ansinnen transportiert und damit das Herz der Menschen
erreicht.
Oosterhuis findet diese Sprache und die musikalische Bearbeitung z. B. von Tom Löwenthal, der den
Liedtag mit ungeheurem Engagement und Herz leitete und belebte, und dem Pianisten Henri Heuvelmans verstärkt
den Eindruck dieser Worte: "Du, noch namenlos, atmest uns offen und weckst in unserem verstockten Gedächtnis,
was wir sahen mit unseren frühesten Augen."
Ansgar Schönecker, der Leiter der Schola der Kleinen Kirche Osnabrück, sprach anschließend von
beeindruckenden Momenten, den Mann zu treffen, dessen Lyrik und Lieder die Hauptquelle des eigenen Gesangs
bilden, den Mann, der nur sehr ungern selber auf Deutsch liest und der dennoch den Zusammenklang an diesem
Wochenende gesucht hat.
Die Predigt des Abschlussgottesdienstes, die Dieter Wellmann hielt, nahm die alten Geschichten, die
Visionen der Bibel noch einmal in den Blick. Auch wenn wir ihre "Orte" nicht mehr kennen, so doch die
Geschichten selber. Dieser Verkündigungsarbeit widmete sich schon Guardini und an diesem Wochenende erklang
sie in den Worten von Huub Oosterhuis: "Möchte wahr sein, was graviert steht, dass da einer ist, der hört.
Mögest du es sein, der hört, weiß, sieht, hinabsteigt zu befreien."
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Die Schola der Kleinen Kirche auf dem Ökumenischen Kirchentag 2003 in Berlin
- ein Bericht von Heinz-Dieter Pees (Schola Kleine Kirche)
Es ist mittlerweile über den ersten deutschen Ökumenischen Kirchentag in Berlin viel gesagt
und geschrieben, gelobt und kritisiert worden. Letzteres allerdings von denen, die nicht dabei waren und nicht
wahrhaben wollen, dass in Berlin ein großes, ermutigendes und ausstrahlendes Fest christlicher Gemeinsamkeit
und Glaubensfreude - und gleichzeitig ein intensiver, weiterführender Austausch über theologische,
kirchliche und gesellschaftliche Fragen stattgefunden hat.
Die meisten Medien haben zwar nur von den
spektakulären Ereignissen berichtet (den Auftritten der "Großen" - Politiker und Bischöfe,
der feierlichen Unterzeichnung der Charta Oekumenica, den gemeinsamen Abendmahlsfeiern in der Gethsemane-Kirche,
dem Eröffnungs- und Schlussgottesdienst am Brandenburger Tor, bzw. vor dem Reichstag), aber es gibt auch viele
sehr positive und eingehende Berichte von den Erlebnissen und Eindrücken einzelner Kirchentagsteilnehmer,
die mir aus dem Herzen sprechen.
Besonders gefreut habe ich mich über die ausführliche Berichterstattung
in "unseren" Kirchenzeitungen
(Kirchenbote,
EZ und
reformiert) und über den wohlwollenden
Bericht über das Kirchentags-Engagement unseres Bischofs "BiBo" in der taz.
Ich beschränke mich auf meine Eindrücke als Chorsänger der Schola unserer Kleinen Kirche, die
in zwei Konzerten in der Herz-Jesu-Kirche in Berlin-Charlottenburg, in der Mitgestaltung eines Gottesdienstes
in Alt-Tempelhof und in einem Open-Air-Auftritt "Unter den Linden" auf dem Ökumenischen Kirchentag
präsent war.
Die meisten von uns waren in einem zentral gelegenen Gemeinschaftsquartier untergebracht, was dem Zusammenhalt
und Gedankenaustausch innerhalb der Gruppe sehr zuträglich war.
Gleich am ersten Morgen, dem Himmelfahrtstag, sangen wir - außerhalb des offiziellen Programms -
Oosterhuis-Lieder in einer Messfeier einer katholischen Kirche. Sie entpuppte sich als ein ökumenisches
Geschehen, das die vielbescholtenen Gottesdienste in der Gethsemane-Kirche an Intensität des gemeinsamen
Abendmahl-Erlebens weit übertraf. Aber darüber reden wir besser nicht laut, das ist in unserer Kirche
zur Zeit noch unklug...
Die beiden öffentlichen Konzerte in Berlin-Charlottenburg "fanden eine enorme Resonanz"
( reformiert, Heft 4/2003).
Beide Male war die Kirche voll besetzt, nicht nur die Osnabrücker
Freunde waren gekommen, sondern auch Verehrer von Huub Oosterhuis aus
ganz Deutschland. Ansgar am Dirigentenpult, Tom Löwenthal am Klavier, Günther Doetsch an der Orgel -
Kees Kok führte in die einzelnen Abschnitte dieses poetisch-musikalischen Gottesdienstes ein.
"Überraschend war vor allem, wie bekannt doch viele der Lieder waren, so dass es kein Konzert war,
bei dem der Chor dem Publikum etwas vortrug. Die Schola leitete an und es wurde daraus ein großes gemeinsames
Singen in einer gut gefüllten Kirche." (aus: reformiert, 4/2003)
Wir waren erschöpft, ergriffen und glücklich nach beiden Auftritten: nicht nur wegen der Intensität
des Gesangs und der anspornenden, herzlichen "Übereinstimmung" mit dem großen Publikum, sondern
weil wir einmal mehr die tiefe Glaubenssprache in der liturgischen Dichtung von Huub Ooosterhuis empfunden haben.
"Sie singen Lieder, die von der Begegnung mit Gott sprechen; und gerade in der Vielstimmigkeit und dadurch,
dass viele beteiligt sind, wird die Botschaft der Lieder um so besser deutlich." (aus: reformiert, 4/2003)
Bei allen Auftritten haben wir auch unser "Zuhause" nicht verschwiegen: "Mitte dieser Gemeinde der
Kleinen Kirche ist ihr Gottesdienst, jeden Samstag um 18,15 Uhr. Zu diesem Gottesdienst gehört die Schola, die
nach ihrem Selbstverständnis in jedem Gottesdienst präsent sein will. Sie will nicht Konzertchor sein,
sondern Teil des Gottesdienstes, Spitze des Gemeindegesangs. Im Gottesdienst sollen Schrifttexte, Predigt und
Lieder" - und ich füge hinzu: Gebete und Eucharistiefeier - "eine Einheit bilden." (aus: reformiert, 4/2003)
Schließlich: "Vielleicht ist ja auch das ein Bild für die Ökumene: Ein Chor, entstanden
in einer basiskatholischen Gemeinde, aber auch mit Sängerinnen und Sängern aus anderen Konfessionen, singt -
vielstimmig natürlich - mit Menschen, denen man ihre Konfession nur selten ansehen kann." (aus: reformiert, 4/2003)
Gern singen wir wieder auf dem nächsten Ökumenischen Kirchentag in Berlin 2008 - hoffentlich!
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